Die Geschichte von Rolex – das englische Unternehmen, das zur Schweizer Uhrenlegende wurde. 

Rolex ist der bekannteste Luxuszeitmesser der Welt

Was haben Albert Einstein, Al Pacino und Fidel Castro gemeinsam?  

Wie können drei Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, Gemeinsamkeiten aufweisen?  

Die verblüffende Antwort ist: Alle drei trugen Armbanduhren der Marke Rolex. 

Rolex wurde im Jahr 1905 von Hans Wilsdorf in London gegründet und importierte zunächst Schweizer Uhrwerke. Später zog das Unternehmen nach Genf und begann, eigene Uhren herzustellen. Durch Innovation und Qualität wurde Rolex zu einer der bekanntesten Luxusuhrenmarken der Welt. 

Doch die Geschichte des beliebten Luxusuhrenherstellers Rolex ist mindestens genauso schillernd und interessant wie die der bereits erwähnten Personen. Wie hat es dieses Unternehmen geschafft, zu einer weltweit bekannten Luxusmarke zu werden?  

Hans Wilsdorf – der Gründer von Rolex

Der Rolex-Gründer Hans Wilsdorf wurde 1881 in Bayern geboren. Wilsdorfs Eltern starben früh. Bereits im Alter von 12 Jahren wurde er zum Waisenkind. Nach einer kaufmännischen Ausbildung in einer Glasperlenfabrik zog er in die Schweiz, um für einen Uhrenexport-Händler namens Cuno Korten zu arbeiten. 

Im Jahr 1905 worde Rolex von dem deutschen Hans Wilsdorf gegründet
Quelle: Rolex

Der junge Wilsdorf eignete sich ein breit gefächertes Verständnis über mechanische Uhrwerke an, da er unter anderem dafür verantwortlich war, die Uhren auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Außerdem lernte er dort Hermann Aegler kennen, einen herausragenden Schweizer Uhrenbauer, welcher Jahre später Zulieferer für die Uhrenwerke von Rolex werden sollte. 


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Die Geburt von Rolex

Mit 22 zog Hans Wilsdorf nach London, um für einen anderes Uhrenunternehmen zu arbeiten. Schon damals stellte er fest, dass die Entscheidungsträger über ausgezeichnete kaufmännische Fähigkeiten verfügten, aber kaum technisches Wissen über die Uhren hatten. Wilsdorf jedoch verfügte dank seiner mehrjährigen Erfahrung in der Uhrenwelt über beides. Daher machte er sich selbständig. 

 
Im Jahre 1905 gründete Wilsdorf kurzerhand zusammen mit seinem Schwager Alfred Davis das Unternehmen Wilsdorf & Davis in London. Anfangs importierten sie Schweizer Uhrwerke und montierten sie in Uhrengehäusen, die von Dritten hergestellt wurden. Hermann Aegler, welchen Wilsdorf bereits in der Schweiz kennengelernt hatte, lieferte nun die Uhrwerke für das Unternehmen. 

Zuerst hat Rolex Uhren nur zusammen gebaut und so verkauft
Quelle: Rolex

Die Uhren erfreuten sich rasch großer Nachfrage, doch der junge Unternehmer bemerkte nach kurzer Zeit, dass sein Erfolg nicht von langer Dauer sein wird, sollte er es nicht schaffen, seine Uhren als Marke zu etablieren. Bisher stand ausschließlich der Name des Verkäufers auf den Uhren, nicht der des Herstellers. 

Wilsdorf entschied sich dazu, die Firma umzubenennen. Um die Entstehung des Markennamens ranken sich zahlreiche Mythen. Tatsächlich aber soll Wilsdorf lediglich verschiedene Buchstabenkombinationen durchprobiert haben. 

Es sollte ein kurzer, einprägsamer Name sein, der unmissverständlich in allen Sprachen etabliert werden konnte und zudem wohlklingend war. Schließlich stieß er auf den Namen Rolex und ließ diesen als Marke eintragen.  Zur Herkunft des Namens gibt es zwei Theorien, während gewisse sagen das Rolex das Kürzel von „rolling export“ ist, denken andere, das Rolex das Resultat einer Wahllosen Kombination von Buchstaben ist. Fakt ist, Rolex tönt edel und exklusiv!

Die Vision der perfekten Armbanduhr

Wilsdorf & Davis spezialisierte sich auf Armbanduhren, welche zu damaligen Zeiten keinen besonders großen Anklang in der Gesellschaft fanden. Sie galten als weiblich und wurden meist nur von Frauen als Schmuck getragen. Taschenuhren hingegen waren unter den Männern viel populärer, da sie größer und robuster waren.  

Doch Wilsdorf konnte sich nicht mit herkömmlichen Taschenuhren anfreunden. Für ihn waren diese unpraktisch und mühsam zu benutzen. Er glaubte an die Idee der Armbanduhr und prophezeite, dass früher oder später jeder eine Solche benutzen würde. Er träumte von der Vision einer modernen, robusten Armbanduhr, welche genauso gut funktioniert wie eine konventionelle Taschenuhr mit einem Schweizer Uhrwerk.


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Von London nach Genf

1920 verlagerte Wilsdorf sein Unternehmen nach Genf, der Hauptstadt der Schweizer Uhrenindustrie. Die Entscheidung, nach Genf zu ziehen, war ein kluger Schachzug, denn die die Importgebühren in England stiegen im Laufe des ersten Weltkrieges rasant an, sodass der Umzug nach Genf einen riesigen finanziellen Vorteil mit sich brachte. 

Gleichzeitig galt die Schweizer Uhrenindustrie als die beste der Welt. Dieses Image sollte auch Rolex endgültig zum exklusiven Luxus-Status verhelfen. Zudem befand sich der Zulieferer Herrmann Aegler praktischerweise ebenfalls vor Ort. 

Darüber hinaus nahm in England die Beliebtheit von Produkten mit deutschen Namen im Zuge des Ersten Weltkrieges rasant ab. Rolex hatte seinen ikonischen Markennamen zwar schon angemeldet, trotzdem wurden in England nach wie vor die Uhren unter dem alten Firmennamen Wilsdorf & Davis vertrieben. 

Der Umzug in die Schweiz lohnte sich also in vielerlei Hinsicht.  

So erreichte Rolex Legendenstatus

Der wohl genialste Marketingschachzug in der Uhrengeschichte 
 

1926 brachte Rolex die erste wasserdichte Armbanduhr auf den Markt, die Rolex Oyster. Anfangs waren unzählige Kritiker skeptisch, ob die die technische Neuerung wirklich das hielt, was sie versprach.   

Die Rolex Oyster
Quelle: Rolex

Doch Hans Wilsdorf war überzeugt von der Qualität seiner wasserdichten Armbanduhr und dachte sich im selben Atemzug eine ausgeklügelte Marketingstrategie aus.  

Mercedes Gleitze, eine junge Schwimmerin, versuchte 1927, den 32 Kilometer langen Ärmelkanal, der zwischen Frankreich und England liegt, als erste Britin ohne Pause zu durchqueren. Ähnlich wie bei der Qualität von Rolex Uhren wurde auch Mercedes Gleitzes waghalsiges Vorhaben von vielen Leuten angezweifelt.  

Wilsdorf erkannte sofort die einmalige Gelegenheit, seine Armbanduhr vor der ganzen Welt unter Beweis zu stellen. Er stattete die Schwimmerin mit einer Oyster aus.  

Die Britin Mercedes Gleitze steigt in den Ärmelkanal
Quelle: Rolex

Die Schwimmerin schaffte die Strecke nicht ganz. Nach über zehn Stunden wurde Mercedes Gleitze aus dem Wasser gezogen.  

Doch hingegen aller Erwartungen war die Rolex Oyster in einem perfekten Zustand und funktionierte einwandfrei. Dieses Ereignis setze völlig neu Maßstäbe in der Uhrenwelt. Niemand zweifelte von nun an die Qualität von Rolex Uhren an, und das Markenimage der extrem hochwertigen Luxusuhren war geboren

Rolex nutzte dieses Ereignis als Werbung in Zeitungen. Die Marke Rolex war dank der Oyster angekommen und etabliert.  


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Der Aufstieg von Rolex

In den 1930er Jahren wurde Rolex zu einem der führenden Namen in der Schweizer Uhrenindustrie. Das Unternehmen war bekannt für seine Qualität, Präzision und Innovation.  
 

Gleichzeitig fand man Gefallen daran, die Rolex Uhren zu Vermarktungszwecken in sportlichen Extremsituationen als eine Art Härtetest unter Beweis zu stellen. Überall, wo Mut gefragt war, wo Geschwindigkeit oder Höhe im Spiel war, war Rolex nicht weit entfernt. 
 

So stattete man 1933 Piloten mit den Uhren aus, die über den Mount Everest flogen und danach feststellen, dass das die Armbanduhren tadellos funktionierten.  
 

Zwei Jahre später trug der berühmte Rennfahrer Malcolm Campbell eine Rolex, während er einen Geschwindigkeitsrekord von ca. 485 Kilometern pro Stunde aufgestellte.  
 

Während des Zweiten Weltkriegs lieferte Rolex Uhren an die britische Armee, die von den Soldaten sehr geschätzt wurden. Dabei mussten die präzisen Zeitanzeiger erst nach dem Ende des Krieges bezahlt werden.  

Der Traum der selbst aufziehenden Armbanduhr

Die Rolex Oyster war bereits ein großer Meilenstein in der Uhrenwelt. Doch 1931 verblüffte der Luxusuhrenhersteller die Welt erneut mit der Oyster Perpetual die erste selbstaufziehende wasserdichte Armbanduhr.  

Bisher musste man die Rolex Oyster immer mühsam per Hand aufziehen. Doch die Oyster Perpetual verfügte über ein raffiniertes Automatik Uhrwerk, welches das Aufziehen obsolet machte.  

Die erste Oyster Perpetual
Quelle: Rolex

Weitere Revolutionäre Uhren

In den nächsten Jahrzehnten folgten verschiedene revolutionäre Uhrenmodelle wie die Rolex Datejust 1945, die erste wasserdichte Armbanduhr, die das Datum anzeigte.  
 

Ungefähr zehn Jahre später folgte die Rolex Day-Date. Diese war die erste wasserdichte Armbanduhr, welche in der Lage war, sowohl Datum als auch Wochentag anzuzeigen.  Sie ist noch heute eine der beliebtesten Modelle von Rolex, mit einem Blick auf die Wertentwicklung ist die Day-date besonders spannend.

Die erste Rolex Datejust und Rolex Day-Date
Quelle: Rolex

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Der Durchbruch von Rolex: Die Explorer und die Submariner

In den 1950er Jahren brachte Rolex zwei absolute Ikonen heraus: Die Explorer und die Submariner.  

Die Rolex Explorer wurde 1953 vorgestellt und speziell für Bergsteiger entwickelt. Die Idee hinter der Explorer war es, eine Uhr zu kreieren, die extremen Wetterbedingungen standhalten konnte. Außerordentliche Temperaturschwankungen sollten der beste Freund der Rolex Explorer sein.  

die erste Rolex Explorer und Submariner
Quelle: Rolex

Somit wurde sie schnell zum Symbol von Abenteurern und Entdeckern, darunter auch Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay, die 1953 als erste Menschen den Mount Everest bestiegen. 

Die Rolex Explorer auf dem Mount Everst
Quelle: Rolex

Die Rolex Submariner wurde ebenfalls 1953 auf den Markt gebracht. Diese wurde speziell für Taucher entwickelt. Sie war die erste Taucheruhr, die bis zu einer Tiefe von 100 Metern wasserdicht war, gemäss den Spezifikationen der Wasserdichtigkeit ist sie somit erstmals wirklich zum tauchen geeignet. Ausserdem verfügt sie über eine drehbare Lünette, mit der Taucher die verstrichene Zeit präzise messen konnten. 

Die Submariner war ein herausragender Erfolg und wurde schnell zu einer der bekanntesten Uhren von Rolex. Sie wurde von Tauchern, aber auch von Prominenten und Filmstars getragen, darunter Sean Connery, als James Bond in den Filmen „Dr. No“ und „Goldfinger“

Beide Uhren die Explorer und die Submariner wurden zu Symbolen für Abenteuer, Entdeckungen und Präzision. Sie zeigten, dass Rolex nicht nur eine Uhrenmarke war, sondern auch eine Marke für Entdecker und Abenteurer. 

In den folgenden Jahrzehnten etablierte sich dieses Image immer stärker. 

Die beiden Modelle waren nicht nur Symbole für Abenteuer und Entdeckungen, sondern auch für die Philosophie von Rolex. Das Unternehmen war immer bestrebt, Uhren von höchster Qualität und Präzision sowie Exklusivität herzustellen. 


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Fazit

Die Geschichte von Rolex wird von einer faszinierenden Reise, von den bescheidenen Anfängen eines Waisenkindes bis hin zum Status eines begehrten Luxusguts gezeichnet.  

Heute ist Rolex ein milliardenschwerer Konzern. Rolex Uhren haben ein unvergleichbares Image und erfreuen sich auf der ganzen Welt enormen beliebtheit. 

Die bezaubernde Entstehungsgeschichte wurde durch verschiedenste Ereignisse in der Geschichte geprägt, wie zum Beispiel die Weltkriege oder auch die Besteigung des Mount Everest. Dies verlieh der Marke Kultstauts, der sich über Jahrzehnte hinweg manifestierte. 

Letztendlich lässt sich also sagen, dass das unantastbare Standing von Rolex als exklusiver Luxusuhrenhersteller angesichts seiner außergewöhnlichen Entstehungsgeschichte mehr als gerechtfertigt ist. 

Rolex heutzutage ist das Vermächtnis des Rolex Gründers Hans Wilsdorf. Ein Vermächtnis, welches heutzutage Millionen von Menschen an ihrem Handgelenk tragen.  

Quelle Titelbild: unsplash


Über den Autor

Autor bei Gentleman-watches

Alexander Weinberger

Für mich ist das Faszinierendste an Uhren das Zusammenspiel aus präzisem Handwerk und künstlerischer Entfaltung. Hunderte kleine Teile müssen bei einem Uhrwerk exakt so zusammengesetzt werden, dass sie ein großes Ganzes ergeben.


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